über morgen obergail

Das Semester ist schon wieder vorbei. So viel ist passiert. Und wieder war Obergail einer jener Orte und Projekte, die das halbe Jahr so besonders gemacht haben.

Wir haben im Rahmen der Lehrveranstaltung „Zukunftsland“ an der TU Wien am Institut für Raumplanung die Methode „Zukunftsgeschichten“ entwickelt. Juhuuu!

https://uebermorgenobergail.wordpress.com/

Und am 28. Jänner haben wir ein geniales Zukunftsfest in Wien gefeiert. Mit über 120 Gästen und hohem Besuch aus Obergail! Danke fürs Kommen! Wir haben uns sooo gefreut =) Auch über die Musik!

Der Kramladen wurde zu einem Raumschiff, mit dem wir in obergailer Zukünfte geflogen sind. Hier ein paar Eindrücke von der Zukunfts-Geschichten-Lesereise:

Zukunftsland

17 Raumplaner*innen und 1 Zukunfts-Designerin leben und arbeiten 10 Tage in Obergail. Sie denken und machen Zukunft. Hier schreiben sie Zukunftsgeschichten für das Lesachtal.

Im Moment sind wir eingeschneit und ohne Strom. Aber das Leben und Arbeiten geht weiter. Halt anders, aber fix nicht schlechter.

Und Freitag richten wir ein tolles Zukunftsfest aus!

Hier in diesem Winterwonderland ❤️

„Eine Kiste voller Ideen im Kliemannsland“

https://einekiste.wordpress.com/

Für zwei Wochen ziehen wir, 23 Raumplaner*innen der Technischen Uni Wien, aufs Land mit dem Ziel, uns mit dem Landleben auseinanderzusetzen, Klischees aufzubrechen, Sichtweisen der Bewohner*innen kennenzulernen und um innovative Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Dafür fahren wir in den Norden von Deutschland in ein kleines Dorf namens Rüspel. Eigentlich ein Dorf wie jedes andere mit vielen Einfamilienhäusern, einen Bauernhof, ein Feuerwehrhaus, einen Schützenvereinshaus, einem Sportplatz und rund 250 Bewohner*innen.

Doch seit 2016 tut sich hier so richtig viel und kreative Ideen sprudeln nur so. Der YouTube Heimwerkerking Fynn Kliemann hat im Dorf den Lütten’s Hoff, ein ehemaliges Pferdegestüt, gekauft. Am Hof hat er ein Kreativprojekt namens „Kliemannsland“ gestartet wo er innovative Projekte umsetzt, Events veranstaltet, immer aber auch Rüspel im Blick hat und ganz nebenbei Raumplanung macht.

Genau dieser kreativen Stimmung kombiniert mit Tatendrang wollen wir uns anschließen und wohnen im Rahmen einer Lehrveranstaltung für zwei Wochen in Rüspel.

Shortlist Ars Docendi >> Staatspreis für exzellente Lehre 2019

Ich bin Raumplanerin mit Leib und Seele. Ich liebe meinen Job, die Verschränkung aus Forschung und Lehre, das Arbeiten in einem motivierten Team, das meine Leidenschaft teilt.

Von meiner Mentorin Sibylla Zech habe ich viel gelernt, bereits in meinem Studium. Ich bewundere ihren Zugang zur Lehre: die Zusammenarbeit mit Partner*innen aus der Praxis, die unkonventionellen Zugänge und vor allem die Motivation, die sie mitbringt – und die sich abfärbt auf die Studierenden.

Das sind auch meine Prinzipien. Ich beschäftige mich intensiv damit, was Lehre an einer Universität kann und soll. Ich sehe mich, als Lehrende, als Teil eines Teams. Ein Team aus Studierenden und Lehrenden. Keine Lehrveranstaltung ist gleich, denn immer sind unterschiedliche Personen am Werk. Aber mit einem gemeinsamen Ziel, das wir uns zu Beginn setzen und mit dem sich jede*r identifizieren kann.

Als Lehrende haben wir die Verantwortung, zu unterstützen, Zeit/Organisationsmanagement zu betreiben, zu motivieren, zu ermächtigen, das Feld aufzumachen und aus unserem Erfahrungsschatz zu berichten.

So haben wir das auch bei dieser Lehrveranstaltung gemacht. Wir haben uns Partner*innen aus anderen Disziplinen geholt. Christoph Schattleitner aus dem Journalismus. Jemand, der nicht nur genial schreiben kann, sondern auch jemand, der vermitteln kann. Vermitteln, was Recherche ist, was gute Fragen sind und dass Schreiben ein Handwerk ist und keine Geheimwissenschaft.

Geholt haben wir uns auch Philip Krassnitzer. Ein Raumplaner, dem Kommunikation am Herzen liegt. Jemand, der es liebt, Neues auszuprobieren und dabei eine Sicherheit ausstrahlt, die auch so wahnsinnig wichtig ist in der Lehre.

Das Feedback der Studierenden gibt mir heute noch Gänsehaut. Es ging viel um Wertschätzung, um Teamgeist, um Mut, um Motivation, um Transparenz, um Selbstorganisation, um Vertrauen, um Spaß. In dieser Lehrveranstaltung entstand ein gewisser Spirit, der heute noch nachwirkt und viel Neues bewirkt hat. Wir haben Öffentlichkeit generiert. Haben aufgezeigt, wie Wissenschaftskommunikation auch funktionieren kann. Haben gezeigt, was zeitgemäß heißt. Haben etwas bewirkt im Lesachtal, an der TU Wien, in der Planungscommunity. Haben „den ländlichen Raum“ aus einer anderen Seite beleuchtet.

Ich habe Ende 2017 mein Studium abgeschlossen. Seitdem bin ich am Institut für Raumplanung tätig und genieße seit Anbeginn großes Vertrauen. Ich habe Freiheiten und die Unterstützung auszuloten, was Lehre ist und Themen eigenständig voranzubringen. Ich lerne jeden Tag so viel.

Ars Docendi – die Kunst des Lehrens – ein sehr schönes Begriffspaar.

Lehre ist für mich nicht Power Point und kein Predigen von einer Kanzel. Lehre heißt für mich, ein Feuer zu entfachen!

Und ja das ist angelehnt an Heraklit, der sagt: „Lehren heißt, ein Feuer zu entfachen und nicht, einen leeren Eimer zu füllen.“

In Obergail wurde ein Feuer entfacht – bei den Studierenden, beim Lehrendenteam und bei mir. Dieses Feuer trage ich weiter. Das kann mir keiner mehr wegnehmen. Auch wenn meine Perspektiven an der TU Wien begrenzt sind; ich mehr arbeite, als ich angestellt bin; ich am Wochenende Mails beantworte; ich bei jedem Hallo sagen, Werbung mache für die Qualitäten einer Universität; ich mich auch am Abend bei einem Bier in Diskussionen hineinstürze und meine Lehrprinzipien und Studierende verteidige; ich mich in meiner Freizeit mit Organisationskultur, Pädagogik, Lehrmethoden beschäftige – ich liebe meinen Job.

http://www.gutelehre.at/ars-docendi/

Vortrag beim Symposium *Land. Leben. Lieben*

Lebensrealitäten und Imaginationen des Dörflichen – Ein Symposium im Rahmen der Ausstellung „Über Leben am Land“ in Kooperation mit dérive – Zeitschrift für Stadtforschung und dem Kunsthaus Wien – Museum Hundertwasserhaus.

(c) Anne Golaz

„Nach Jahrzehnten der Aufmerksamkeit auf die Urbanisierung unserer Welt rückt das Land wieder in den Fokus von Forschung, Kunst, Literatur, Medien, Planung und Politik.

Was hat es mit den „Imaginationen des Dörflichen“ auf sich, während gleichzeitig das reale Landleben schwindet? Welche Bedeutung besitzt die Frauen- und Geschlechterfrage für die Entwicklungen am Land? Wie sehen Innovations- und Erfolgsstrategien von zukunftsfähigen Landgemeinden aus? Lässt sich die Zukunft von Stadt und Land gemeinsam denken?“

Vortrag und Diskussion mit:

  • Ton Matton (Rotterdam), Stadtplaner, Raum und Designstrategien, Kunstuniversität Linz, Schwerpunkt soziale Wiederbelebung von Dörfern.
  • Isabel Stumfol (Wien), Raumplanerin, Vorstand „Landluft. Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen.“
  • Marc Weiland (Weimar), Literaturwissenschaftler, zahlreiche Arbeiten zu Imaginationen des Dörflichen in Literatur, Film und Lebenswelt.
  • Mathilde Schmitt (Innsbruck), Agrar- und Sozialwissenschaftlerin, Schwerpunkt Rurale Frauen- & Geschlechterforschung.
  • Iris Andraschek (Wien/Mödling), Künstlerin, wiederkehrende Arbeiten zum Leben am Land und alternativen Lebensentwürfen im ländlichen Raum.

Konzept und Moderation: Elke Rauth, Redakteurin von dérive – Zeitschrift für Stadtforschung und Leiterin von urbanize! Int. Festival für urbane Erkundungen.

Meine Folien zur Nachlese:


Keynote bei *Work – Life Changers* von V/Faktor

(c) Louai Abdul Fattah

Der V/Faktor feiert die Work-Life Changers aus den Regionen und ich durfte eine Keynote zu „Land ohne Töchter* – Vom Gehen und Bleiben“ halten.

Nach zwei Jahren erfolgreicher Kooperationsarbeit feiert der V/Faktor – Erfolgsfaktor für Regionen und Unternehmen einen vorläufigen Projektabschluss.

„Die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches, aber auch wirtschaftliches Anliegen. Nur wenn grundlegende vereinbarkeitsfreundliche Strukturen und flexiblere Rahmenbedingungen existieren, ist gewährleistet, dass in Folge der verbesserten Vereinbarkeit auch die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt unterstützt wird. Vereinbarkeit ist immer ein Kernthema von gleichstellungsorientierten Projekten. Das Projekt erreicht Gleichstellungsziele durch die Entwicklung von Lösungen für beispielsweise betriebliche Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeitmodelle und zu Arbeitsorganisation und Personalentwicklung.“

Meine Folien zur Nachlese der Keynote:

Artikel im GAM 15: *Territorial Justice*

Stumfol & Zech (2019):

„Ein Plädoyer für ein neues Bild vom Land“

http://gam.tugraz.at/

„Territoriale Gerechtigkeit ist angesichts wachsender Ungleichheiten im Zugang zu und der Verteilung von Ressourcen (wieder) zu einer aktuellen Forderung und Aufgabe von Architektur, Raumplanung und Urbanismus geworden. GAM.15 – Territorial Justice widmet sich peripheren, ländlichen Räumen, die von diesem Diskurs bislang wenig beachtet wurden. Die Beiträge in GAM.15 aus Urbanismus, Landschaftsarchitektur, Regionalplanung, Soziologie und Geographie zeigen Räume in Transformation und stellen Ideen vor, wie räumliche Gerechtigkeit aussehen kann. In aktuellen Zustandsbeschreibungen benachteiligter Gebiete wird deutlich, dass jede Politik, die darauf abzielt, Ungerechtigkeit zu beseitigen oder zu bekämpfen, gut beraten ist, spezifisch räumlich-soziale – also territoriale – Blickwinkel einzunehmen und somit auf die Expertise von PlanerInnen und GestalterInnen angewiesen ist.“

GAM 15 | Gastredaktion A. Degros u. E. Schwab| Redaktion D. Gethmann, P. Eckhard, U. Hirschberg, P. Petersson u. A. Lechner| Broschur | 308 Seiten | Deutsch u. Englisch | ISBN 978-3-86859-855-1 | April 2019 | 19,95€

Artikel in der *LandLuft Zeitung*

Stumfol & Zech (2019): „Geschichten vom Land am Land“

„Ein Text über Raumplaner*innen und deren Umgang mit Bildern vom Land. Ein Text über Raumplaner*innen, die sich des Journalismus bedienten und dabei mehr über Planung lernten. Ein Text, der vielleicht für „mehr als Obergail “ steht – nämlich, wie Geschichten im Kleinen das Große fassbar machen können.“

Hier weiterlesen: LandLuft Zeitung

Ein Rollenspiel zu Baukultur im Wirtshaus

Verein Landluft – Europäisches Kulturerbejahr 2018

„Baukultur bedeutet, alle wichtigen Lebensideen in einer Region zusammenfließen zu lassen und gemeinsam einen nachhaltigen Weg für Mensch und Umwelt zu gestalten. Neben den Bedürfnissen, Interessen und Plänen von Gemeinden und Vereinen erhalten so auch die Zugänge von Landwirtschaft, Architektur, Unternehmen oder Jugendarbeit einen wichtigen Stellenwert.

Diese Vielfalt an Menschen, Hintergründen und Meinungen steht im Mittelpunkt der Station. Angeleitet vom Verein LandLuft, nehmen wir in dem Rollenspiel “Baukultur machen Menschen wie du und ich!” verschiedene Perspektiven ein und erleben, wie Baukultur gemacht wird. In gemütlicher Atmosphäre finden wir gemeinsame Lösungen für ein leeres Haus, einen neuen Platz oder eine größere Brücke – und machen neue Orte zu guten Orten.“

Links:

Kulturerbejahr 2018

Landluft




Geschichten vom Land – Storytelling für die Raumplanung

mehralsobergail.at

Ein Uni-Projekt

15 Studierende und 4 Lehrende der “Raumplanung und Raumordnung” an der TU Wien und ein Journalist beschäftigen sich in einer Lehrveranstaltungen mit „Geschichten vom Land“. Ziel ist es, „Storytelling“ als eine Methode für die die Raumplanung zu entdecken und Storytelling praktisch anzuwenden. Dieser Blog  ist das erste Produkt des Uni-Projekts. Ein zweites entsteht im Anschluss: das Schreiben einer Zukunftsgeschichte für das Lesachtal.

Round Table – Raumordnung, Regionalentwicklung

Nachzuhören hier: Cultural Broadcasting Archive

Ein aktuelles Stadtentwicklungsprogramm in der Bezirkshauptstadt Liezen führte Isabel Stumfol und Jakob Steiner ins Studio von Radio Freequenns. Ihre persönlichen Erfahrungen im Bereich Raumplanung und Regionalentwicklung, insbesondere im Rahmen des Forschungsprojektes Vom Gehen und Bleiben (und Leben an mehreren Orten), und ihre daraus entwickelten persönlichen Standpunkte – auch was mögliche Entwicklungen und ihre Folgen bzw. Chancen in der Zukunft sein könnten – waren Teil des zweistündigen Gesprächs.

Workshop – Dritter Österreichischer Baukulturreport

Szenarien und Strategien 2050

2017 // Herausgegeben vom Bundeskanzleramt Österreich

Nach den Baukulturellen Leitlinien, die im August 2017 einstimmig vom Ministerrat beschlossen wurden, liegt nun nach den ersten beiden Reports aus den Jahren 2006 und 2011 der Dritte Österreichische Baukulturreport vor. Der Report setzt einen wichtigen Impuls für die breite Diskussion rund um die Baukulturpolitik in Österreich. Er ist Ergebnis eines umfassenden Beteiligungsprozesses, an dem Expertinnen und Experten aus verschiedensten Fachbereichen sowie Vertreter und Vertreterinnen von Bund, Ländern und Kommunen teilgenommen haben.

meine Diplomarbeit: Land ohne Töchter* – Gehen und Bleiben im Bezirk Liezen

hier online verfügbar: TU Wien Bib

Landflucht ist überwiegend jung und weiblich. Sinkende Bevölkerungszahlen, deren Auswirkungen und der Umgang damit gehören zu den wichtigsten Herausforderungen von Akteur*innen auf Gemeinde- und Regionalebene. Um sich dieser Aufgabe stellen zu können, muss „meine Diplomarbeit: Land ohne Töchter* – Gehen und Bleiben im Bezirk Liezen“ weiterlesen

Konferenz/Poster – „Frauen in Bergregionen“

fraueninbergregionen.at

Im Rahmen des österreichischen Vorsitzes der Alpenkonvention fand vom 18. bis 19. April 2017 in Alpbach/Tirol die Internationale Konferenz „Frauen in Bergregionen“ statt.

Eine nachhaltige Entwicklung hat für Bergregionen eine wichtige Bedeutung. Oft reagieren insbesondere Frauen sensibel auf Veränderungen in ihrer Umwelt und engagieren sich in Initiativen, um dem entgegen zu treten. Ziel dieser Konferenz ist es, Informationen zur Verfügung zu stellen und Denkimpulse zu geben, sowie die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung interessierter Personen zu bieten.

Die Konferenz „Frauen in Bergregionen“ stellte die einzigartige Rolle von Frauen in den Mittelpunkt und beleuchtete ihren unverzichtbaren Beitrag zum Schutz, der Erhaltung und der Weiterentwicklung von Gebirgsregionen.

„Justice Fiction“

im Jahrbuch Raumplanung 2016: Ethik und Raumplanung

Stumfol Isabel und Brack Christian

„Wer hat Zugang zum öffentlichen Raum? Wie kann soziale Gerechtigkeit durch Planung hergestellt oder unterstützt werden? Gibt es eine Bodenethik, und welche Schlussfolgerungen ergeben sich daraus? Was ist überhaupt „Planungsethik“ oder die „Ethik in der Raumplanung“? Das neue Jahrbuch Raumplanung 2016 befasst sich aus vielfältiger, theoretischer, praktischer und didaktischer Sicht mit Fragen der Ethik in der Raumplanung – dabei stellt sich heraus, dass ethische Fragen untrennbar mit der Raumplanung verknüpft sind, Planer/innen mit den ethischen Dimensionen der Planung tagtäglich konfrontiert sind und diesen auch nicht entkommen können.“

aus nwv.at